Allgemeines

Das Wollschwein wird selten aus rein wirtschaftlichen Gründen gehalten. Noch hat die Zuchtarbeit Vorrang. Wir wollen die Rasse der Wollschweine erhalten und vermehren.

Das Wollschwein soll jedoch ein Nutztier sein. Bei angepasster Haltung und Fütterung dürfen wir einen befriedigenden Fleischzuwachs erwarten.

Das Wollschwein ist ein Speckschwein. So wurde diese Rasse in vergangenen Jahren gezüchtet. Damals war das Schweinefett noch sehr begehrt. Es wurde zu den verschiedensten Produkten weiterverarbeitet (Heilsalben, Schuhwichse u.s.w.).

Um einen möglichst guten Schlachtkörper zu erhalten, soll das Schlachtgewicht unter 70 – 90 kg liegen (Alter 9 – 12 Monate) Später steigt der Fettanteil erheblich. Je intensiver die Fütterung, desto schneller verfetten die Tiere und desto früher muss geschlachtet werden.

Einwandfreies Fett von gutem Geschmack kann vom Fleisch getrennt werden und in der Wurstherstellung verbraucht werden. Das Fleisch ist für die ganze Reihe der bekannten Würste zu gebrauchen: Von der cervelatähnlichen Kochwurst, über die Bratwurst bis zu den verschiedenen Trockenwürsten (salamiähnlich).

Der Halter, der seine Wollschweine artgerecht hält und füttert und auch bereit ist, seinen Betrieb von zuständigen Fachleuten kontrollieren zu lassen, hat das verdiente Recht, für seine Produkte einen Mehrpreis zu verlangen.

Nachfrage

Allgemein herrscht nach der Alpzeit (Herbst / anfangs Winter) das grösste Fleischangebot. Wer Fleisch verkaufen will, sollte den Markt (Angebot und Nachfrage) beobachten. Gute Hinweise dazu sind in den landwirtschaftlichen Fachzeitschriften zu finden.

In Metzgereien wird höchst selten Wollschweinefleisch angeboten. Es sind vor allem zwei Begründungen zu hören:

  • Die Halter können zu wenig und nicht kontinuierlich Masttiere anbieten
  • Die Fleischqualität schwankt (noch) zu sehr

Die Halter könnten sich zu regionalen «Mäster-Ringen» zusammenschliessen, die erwähnten Probleme so lösen, und schliesslich einen weiteren Absatzmarkt öffnen.

Vor Weihnachten sind Spezialitäten begehrt (Würste, Trockenwürste, Geräuchertes, Rohessspeck, Filets).

In der Sommerzeit sind Wollschweinspanferkel gesucht. Für diese sehr delikate Spezialität braucht es Ferkel mit einem Lebendgewicht von 20 – 40 kg. Für Frischfleisch finden sich immer Kunden.

 

Gesetzliches

Wer Fleisch direkt vermarkten will, untersteht sehr strengen Vorschriften und Auflagen. Die Bestimmungen sind in der «Eidgenössischen Fleischschau-Verordnung» festgehalten. Diese Verordnung stützt sich auf das Lebensmittelgesetz.

Bevor man sein Fleisch verkauft, sollte man sich unbedingt informieren:

  • beim Kantonalen Veterinäramt oder
  • beim Kantonalen Lebensmittelinspektorat
  • bei einem zuständigen Tierarzt oder Fleischschaubeauftragten

 

Richtpreise

Produkte (Preisempfehlung)

 

Zucht-Tiere

Ferkel, 3 Monate alt,
(Richtgewicht 25 kg, bzw. Fr. 10.--/kg)
Fr. 250.-
Ferkel (ab 3 Mte) pro Woche zusätzl. Fr. 10.-
Tiere (ab 12 Monate) Fr. 600.-
Tragende Tiere Aufpreis Fr. 250.-

 

Fleisch (in Fr./kg ab Hof, exkl. Versand)

Spanferkel (max. 30 kg Lebendgewicht),
ganz, abgehangen
Fr. 15.-
Frischfleisch: Mischpaket portioniert Fr. 40.-
Spezialitäten (Trockenfleisch usw.) Fr. 70.- bis Fr. 90.-
Wurstwaren Fr. 30.- bis Fr. 50.-

 

Deckgebühren

  Mitglied Nichtmitglied
Sprunggeld (an Eberhalter) Fr. 50.- Fr. 100.-
Fütterungs- und Haltungspauschale Fr. 3.- Fr. 5.-

 

Dienstleistungen SVWS (verbindliche Preise)

  Mitglied Nichtmitglied
Hofbesuch durch Experte /
Zuchttierauswahl
   
Wegpauschale an Experte gratis Fr. 50.-
Beurteilung    
Erstbeurteilung gratis Fr. 50.-
Nachbeurteilung gratis Fr. 50.-
Herdebuch    
Vermittlung Eber, Zuchttier gratis Fr. 40.-
Abstammungspapiere gratis Fr. 20.-