Futtermittel

Futtermittel

Kraftfutter

 

In der Praxis werden die Wollschweine mangels verbindlicher Rationenpläne mehr oder weniger nach Gefühl gefüttert. Fest steht aber, dass das Wollschwein, als anspruchsloses Weideschwein gezüchtet, auf konzentrierte Futtermittel (Kraftfutter) rasch mit Verfettung reagiert. Aus Erfahrung scheint die Hälfte der für Edelschweine empfohlenen Rationen für die Wollschweine richtig zu sein. Der restliche Bedarf soll mit Grundfutter (Heu, Gras, Obst, Gemüseabfälle, Schotte etc.) gedeckt werden.

Es ist eine rohfaserreiche Mischung im Handel erhältlisch.

 

 

Konsequenzen für eine artgemässe Fütterung:

  • Kraftfutter nur mit Vorsicht einsetzen
  • die Hälfte der angegebenen Ration genügt

 

Grundfutter

 

Unter Grundfutter seien hier sämtliche Futtermittel ausser dem Kraftfutter (Getreide, Kartoffelflocken und Futtermischungen) verstanden. Beim Grundfutter darf der Gehalt an Energie und Protein nicht unterschätzt werden. Dies kann dem Neuling leicht passieren. Auch kann der Gehalt eines bestimmten Futtermittels je nach Qualität sehr stark schwanken. In der folgenden Tabelle ist der Gehalt an verdaulichem Protein und verdaulicher Energie von ein paar Futtermitteln als Beispiel aufgeführt.

 

Gehalt verdaulicher Energie (VES) und verdaulichem Protein (VPS) einiger Futtermittel für das Schwein(in Gramm pro Kilo luftgetrocknetem Futter)

FutterartVPSVES
Gerste 80  
Gerstenflocken 100  
Kartoffelflocken 60  
Grünfutter (Wiesen und Weiden, ausgewogener Bestand)
- früh
- mittel
- spät

90
70
30

9.0
7.6
6.0
Dürrfutter (Wiesen, ausgewogene Mischbestände)
- gut
- mittel
- mässig

30
15
0

4.7
3.5
3.0

 

In der Mast ist besonders auf eine ausreichende Proteinversorgung zu achten. Proteinreiche, hofeigene Futtermittel sind z.B. Leguminosen (Luzerne, Eiweisserbsen) und junges Gras. Man soll sich durch das «Betteln» der Tiere nicht zu höheren Futtergaben verleiten lassen, denn die Wollschweine verfetten leicht. Dies kann Deckfaulheit beim Eber und Fortpflanzungsstörungen und Geburtsschwierigkeiten bei der Sau zur Folge haben. Einmal verfettete Tiere haben es schwer wieder abzuspecken. Wenn die Tiere unruhig sind und immer noch mehr Futter verlangen, kann man mit Beschäftigungsmaterial, wie Ästen, Stroh, Laub u.a. Abhilfe schaffen.

 

Von Alters her gilt der Grundsatz: Die Schweine müssen sich zur Fressenszeit gierig und mit Lust über das Futter hermachen. Der Trog soll von den Tieren sauber ausgeputzt werden.

 

Um eine gute Fettqualität beim Schlachtkörper zu erreichen, muss man in der Mast Futtermittel mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren mit Vorsicht einsetzen oder sogar vermeiden. Bereits geringe Konzentrationen an ungesättigten Fettsäuren im Futter werden im Depotfett der Tiere abgelagert. Dadurch entsteht gelbes, weiches Fett, das schnell ranzig wird. Solches Fett ist schlecht haltbar. Ausserdem entsteht nach der Schlachtung in Verbindung mit den Abbauprodukten aus der Fleischreifung Fischgeruch.

 

Übersicht über den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren einiger Futtermittel

Gehalt an ungesättigten FettsäurenFutterart
Wenig Magermilch, Schotte, Getreide, Kartoffeln, Getreideschrot
Mittel Mais, Fischmehl, Trockengras
Viel Tierische Fette, Pflanzenöl, Fritieröl, Küchenabfälle

 

Konsequenzen für eine artgemässe Fütterung:

  • den Gehalt der Grundfuttermittel bei der Rationenplanung berücksichtigen
  • Überfütterung unbedingt vermeiden
  • auf den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren achten